Oft ist es für einen Spezialisten schwierig um eine bestimmte Krankheit oder Behandlung dem Leihen gegenüber verständlich zu machen. Expertise auf dem Gebiet von Hufrehe haben erfordert Verständnis von einer Vielzahl (wissenschaftlicher) Themen. Mit diesem Artikel versuche ich Hufrehe so richtig und vollständig wie möglich verständlich zu erörtern. Sollte dies nicht funktioniert haben und haben Sie als Leser nach dem lesen dieses Artikels noch Fragen, können Sie mich jederzeit gerne kontaktieren und dann probiere ich für Deutlichkeit zu sorgen.

 

WAS IST HUFREHE

ernsitig bevangen wilt niet staanJeder Pferdebesitzer hat schon mal davon gehört: Hufrehe. Für viele bedeutet Hufrehe auch gleich das Todesurteil von Pferden.
Durch die eigentliche Hufrehe sterben allerdings eher wenige Pferde. Es sind in der Regel Komplikationen, oft durch ein falsches Handeln durch Besitzer, Hufschmied und Tierarzt, welche bis hin zum Tod eines Pferdes führen können.
Hufrehe ist eine häufige Erkrankung, die sehr schmerzhaft, aber in den meisten Fällen behandelbar ist. Hufrehe ist eine Entzündung der Wandlederhaut welche durch Toxine von Innen heraus entstanden ist. Die Schwellung, welche bei einer Entzündung auftritt, verursacht eine starke Schmerzen: Die Hornwand bietet keinen Platz für die Schwellung, wodurch die Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein geschwächt wird und loslässt.

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Die Hufkapsel und das Hufbein divergieren auseinander wodurch ein starker Druck unter der Spitze des Hufbeines entsteht. An dieser Stelle befinden sich sehr wichtige Nerven und Venen, welche dann eingeklemmt werden. Das typische Bild einer Hufrehe (Gewicht auf die Hinterhand verlagern) dient dem Pferd dazu diesen Druck unter dem Hufbein zu verringern und damit die Schmerzen zu lindern.

 

WIE ENTSTEHT HUFREHE

Hufrehe ist in den meisten Fällen nicht das Problem an sich, sondern ein Ergebnis von Störungen an anderer Stelle im Körper, z. B. Schwierigkeiten innerhalb des Verdauungssystems oder hormonelle Ursachen.
Ursache solcher Gesundheitsprobleme sind oft die Lebensbedingungen, in denen wir unsere Pferde halten: Unnatürliche Nahrung und Stallung und sehr wenig Bewegung.
In der Regel sind es mehrere Tropfen, welche das Fass füllen, und gibt es einen, der das Fass zum Überlaufen bringt, zum Beispiel eine chemische Wurmkur

Ursachen für Hufrehe müssen gesucht werden in:
1) Magen-Darm-Problemen. Denken Sie: verstörte Darmflora, Übersäuerung, zu viel Zucker – Insulinresistenz.
2) Giftstoffen und Stress. Zum Beispiel: Medikamente (langwirksame Präparate wie Kortikosteroide, Wurmkuren, Impfungen), giftige Pflanzen. Aber auch Stress ist ein Lieferant von Toxinen.
3) Hormonellen Problemen wie PPID (Cushing-Syndrom), Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
4) Durchblutungsproblemen durch eine verkehrte Hufbalance oder Blutverfettung (z. B. zu viel Fett im Blut bei sehr schnellem Gewichtsverlust).

Da es viele mögliche Probleme gibt, welche Hufrehe fördern können, ist diese Liste noch lange nicht vollständig. Trotzdem ist es wichtig, die Ursache so weit wie möglich zu finden, so dass die Behandlung den größtmöglichen Erfolg haben kann!

 

HUFSCHMIED UND TIERARTZ

rontgenfoto hoefbeenkanteling (met duidelijke schaalverdeling)Ich bin der Ansicht, dass bei einer Hufrehe Hufschmied und Tierarzt immer zusammenarbeiten müssen. Der Schmied mit Hilfe von guten Fotos die Hufe des Pferdes orthopädisch ausschneiden und wenn nötig einen orthopädischen Hufschutz anwenden. Der Tierarzt kann die zugrunde liegende Ursache durch, beispielsweise Blutuntersuchungen herausfinden. Zusätzlich kann der Tierarzt helfen, die Schmerzen zu lindern und Medikamente zu verabreichen, abhängig von der zugrunde liegenden Ursache.
Leider ist die so wichtige Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Hufschmied in der Praxis häufig weit zu suchen. Ein Hufschmied tut alles was er kann und den Tierarzt separat hierzu tut auch alles was in seiner Macht steht. In meiner Praxis sehe ich also leider oft nutzlose Röntgenfotos, Bluttests, die zu lange Zeit heraus gezögert wurden und manchmal stellt sich hinterher selbstheraus, dass dem Pferd falsche Medikamente verabreicht wurden.

Oft ist guter Ratschlag an den Besitzer des Patienten benötigt über die richtige Nahrung und Unterbringung des Pferdes, kurz gesagt, die Lebensbedingungen. Außerdem sollten hierbei Tierarzt und Hufschmied auch einer Meinung sein. Nichts ist so verwirrend für den Kunden als Dutzende unterschiedliche Meinungen – geschweige denn was im Internet.
Der Schmied kann mit guten Röntgenaufnahmen den Huf korrigierend bearbeiten. Über die verschiedenen orthopädischen Möglichkeiten gibt es viele Meinungen und Visionen. Meiner Meinung nach ist eine gute Hufbalance entscheidend, sowohl von vorne und von der Seite gesehen. Röntgenaufnahmen können hierbei helfen. Das Hufbein sollte durch den Strahl unterstützt werden. Es sollte auf jeden Fall nicht versucht werden den Knochen wieder zurück zu schieben, dies ist unmöglich. Darüber hinaus kann ein Öffnen der Hufwand in der Zehe viel Linderung bieten und kann durch diese Öffnung sichergestellt werden, dass das neu nach unten wachsende Hufhorn parallel zum Hufbein verläuft.

 

WAS KOENNEN SIE SELBST TUN?

Rufen Sie zunächst den Tierarzt und den Hufschmied an. Schlagen Sie beiden vor um miteinander zu reden! Schauen Sie dann – möglicherweise mit einem Spezialisten in diesem Bereich – gut auf die Nahrung, Stallung und Bewegung des Pferdes. Probieren Sie hierfür aus der so genannten „Helikopter-Perspektive“ zu gucken: Versuchen Sie an Alles denken.
In allen Fällen einer Hufrehe sollte eine Verbesserung der Darmflora und Verdauung angestrebt werden. Eine Reinigungskur und Probiotika helfen, um die Darmflora zu verbessern.

Eine Reinigungskur stimuliert die Abfuhr von Abfallstoffen aus dem Körper. Es bewirkt, dass der Körper dazu stimuliert wird um Abfallstoffe schneller aus zu scheiden. Probiotika sind lebende gesunde Mikroorganismen. Antibiotika, Parasiten und chemische Wurmmittel bewirken genau das gegenteilige von Probiotika: Sie sind ein Angriff auf die gesunde Darmflora. Versuchen sie so weit wie möglich den Einsatz solcher Mittel zu vermeiden.

Versuchen Sie, die Ernährung des Pferdes so konstant wie möglich zu halten, damit die Darmflora sich hierauf anpassen kann. Füttern Sie faserreiches Futter und passen Sue auf, auf zu viel Zucker im Futter: Beachten Sie den Fruktanwert im Gras. Fruktan im Gras entsteht durch Photosynthese: Unter Einfluss von Sonnenlicht produziert die Pflanze Fruktan. Gras wächst nur ab 10 Grad Celsius. Wenn diese Temperatur nicht erreicht wird, aber trotzdem sonniges Wetter ist, häuft Fruktan sich an, was dann zu sehr hohen Fruktanwerten führen kann. Darüber hinaus kann Frost auch für noch höhere Fruktanwerte sorgen.
Ein auch nicht zu vernachlässigender Punkt ist um dem Pferd zu jeder Zeit unbegrenzt sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Schließlich möchte ich noch einige Worte über die Bewegung loswerden. Viele Menschen glauben, dass ein Rehepferd im Stall bleiben muss. Bewegung regt den Heilungsprozess an, zu viel Bewegung kann die Heilung allerdings behindern. Wenn Sie Hufschuhe mit unterstützenden Einlegesohlen verwenden können Sie mit Ihrem Pferd spazieren gehen. Oft sehen Sie nach wenigen Minuten, dass das Pferd etwas angenehmer läuft. Merken Sie, dass die Bewegung an der Hand sich negativ auswirkt, können Sie die Bewegung besser Ihrem Pferd überlassen, und ihm die Gelegenheit bieten um sich selbst in eigenem Tempo ein wenig zu bewegen.

 

VORBEUGEN IST BESSER ALS HEILEN!

Wenn ein Pferd einmal eine Hufrehe gehabt hat, wird es hiernach für weitere Rehen empfindlich bleiben Es muss darum dann auch vorbeugend gehandelt werden. Ich glaube jedoch, dass diese Präventivmaßnahmen gegen Hufrehe für jedes Pferd wünschenswert wären. Nicht nur wird das Pferd weniger wahrscheinlich eine Hufrehe erleiden, sondern auch andere Erkrankungen Sommerekzem, Koliken und Magengeschwüre werden weniger wahrscheinlich auftreten.

 NAHRUNG
  • Zuallererst ist eine richtige Ernährung und richtiges Weidemanagement von Interesse. Deutsches Weidegras ist Gras, welches oftmals für die Massentierhaltung gezüchtet wurde und nicht geeignet ist für Pferde. Versuchen Sie dieses Gras als Futter für Ihr Pferd so weit wie möglich zu vermeiden. Sähen Sie bei Bedarf die Weide, mit für Pferde geeignete Gräser, neu ein.
  • Silage eignet sich nicht für Pferde. Silage ist häufig die Ursache für eine verstörte Gärung.
  • Füttern Sie etwa 1 bis 1,5 kg Trockenmasse Futter pro 100 kg Körpergewicht. (die Trockenmasse von Heu ist etwa 85 %, der Rest ist Wasser)
  • Versuchen Sie, Kraftfutter zu minimieren. Haben Sie hierbei die Sorge, dass Ihr Pferd dann unzureichend Mineralien bekommt, können Sie eventuell ein Nahrungsergänzungsmittel füttern. Beachten Sie bei der Wahl eines solchen Mittels darauf, dass dies einen niedrigen Gehalt an verdaulichen Kohlenhydraten hat.
  • Sorgen Sie für sauberes Trinkwasser. Sollten Sie selbst nicht aus dem Wasserbottich Ihres Pferd trinken wollen, warum sollte Ihr Pferd es dann trotzdem tun müssen?
  • Beachten Sie die Fruktanwerte im Gras. Außerdem, dass diese Werte wetterabhängig sind, hängt der Fruktanwert auch vom Weidemanagement ab.
BEWEGUNG

Ein Pferd ist dafür gemacht um den ganzen Tag zu laufen. Es gibt bestimmte Stallungssysteme, wie zum Beispiel das Paddock Paradise, oder auch die HIT-aktiv-Ställe, welche den Drang zur kontinuierlichen Bewegung stimulieren.

GIFSTOFFE

Versuchen Sie, die Aufnahme von Giftstoffen wie Arzneimittel zu begrenzen. Entwurmung ist ein gutes Beispiel dafür. Entwurmen Sie zum Beispiel mit Verm-X Wurmkräutern und nur dann mit einer chemischen Wurmkur wenn die Notwendigkeit hierfür nachgewiesen werden konnte. Denken Sie bei allen Medikamenten erst gut nach bevor Sie diese einfach so verabreichen!
Stress ist bereits durch die verbesserte Ernährung und Stallung begrenzt, aber versuchen Sie auch andere Ursachen von Stress so weit wie möglich zu minimieren.
Inspizieren Sie außerdem auch Ihr Raufutter und die Wiese auf giftige Pflanzen.

 

FAZIT

Hufrehe ist ein Gesundheitsproblem, welches alle Bereiche des Lebens betrifft. Hufrehe kann in vielen Fällen durch gutes Management verhindert werden. Sollte ein Pferd trotzdem eine Hufrehe erleiden, erfordert die Behandlung Fachwissen. Erfahrungen von sowohl Tierarzt, Hufschmied und anderen Experten sollten kombiniert werden. Eine Zusammenarbeit ist nicht nur wünschenswert sondern notwendig.