Wenn es darum geht um Pferdehufe zu schützen, werden in der Regel Hufeisen gewählt. Wenn Sie mich fragen, eine altmodische und barbarische Art des Hufschutzes: Ein Stück unbewegliches Metall in Form eines Hufes wird unter einen von Natur aus flexiblen Pferdehuf geschlagen.
Vielleicht klingt diese Einleitung etwas hetzerisch, aber dennoch basiert sie vollständig auf der Realität. In der letzten Zeit hat viel Produktentwicklung im Bereich des Hufschutzes stattgefunden. Es gibt neue Kunststoffe auf dem Markt, welche eine bessere Dämpfung bieten, sich mehr mit dem Huf mit bewegen und mehr Grip haben als das langbekannte Hufeisen. Ich werde in diesem Artikel mehr Einblick in diese verschiedenen Formen des Hufschutzes geben.

 

HUFSCHUTZ, WARUM EINGENTLICH?

Wir Menschen sind die größte Bedrohung für die Hufe unserer Pferde. Wir ändern den Lebensraum, die Ernährung und den Umfang der Bewegung des Pferdes. Dies wird oft durch den Verlust der Hufqualität begleitet. Wenn ein Pferd nicht gesund ist, erkennen viele Menschen dies zunächst an einem stumpfen Fell. Wenn ein Pferd nicht gesund ist verminderst sich die Qualität der Haare und Nägel zu allererst.
Einige goldenen Regeln für eine gute Hufqualität sind: möglichst viel Bewegung über verschiedene Untergründe und die Fütterung von viel Raufutter und wenig Kraftfutter. Über wie Pferde untergebracht und gefüttert werden sollten könnten noch ganze Bücher vollgeschrieben werden, ich beschränke mich hier auf die Mitteilung, dass diese Faktoren von großer Bedeutung sind.

NACHTEILE VON HUFEISEN

Die größten Nachteile von Hufeisen sind:

1 Nageln:

Hufeisen sind am Huf mit Nägeln befestigt. Diese Nägel durchlaufen die Hufwand und laufen neben den „lebendigen“ Hufstrukturen.

2 das Gewicht:

Die meisten Tiere, welche während der Evolution größer wurden, wurden auch in ihrer Fortbewegung langsamer. Das Pferd allerdings, hat seine Geschwindigkeit beibehalten. Das Fehlen der Muskeln in den Unterbeinen und ein relativ leichter Huf ermöglichen es dem Pferd, sich schnell fort zu bewegen, essentiell für ein Fluchttier. Ein Hufeisen wiegt fast so viel wie der Huf selbst: das Gewicht am Ende des Beines verdoppelt sich dann beinah.

3 UNBEWEGLICHKEIT:

Der Huf ist ein flexibles Objekt. Auf den ersten Blick würden die meisten dies nicht sagen, aber Sie können recht einfach mit der Hand den Huf selbst bewegen. Diese Bewegung ist von entscheidender Bedeutung: Sie ist Unterteil der Stoßdämpfung. Darüber hinaus muss die Bewegung des Hufes den Blutfluss im Huf selbst und im ganzen Körper des Pferdes unterstützen. Das Blut muss vom Huf wieder das Bein hochgepumpt werden. Andere Tiere haben Muskeln hierfür. Wie gesagt hat das Unterbein bei Pferden keine Muskeln, sodass der Hufmechanismus den Blutsumlauf im Unterbein sicherstellt.

4 Verlust von Grip:

Wenn Sie sich die Unterseite des Barhufes anschauen, können Sie mit bloßem Auge sehen, dass dieser auf unterschiedlichen Untergründen sehr viel Grip hat. Schlagen wir nun ein glattes Eisen unter den Huf, verliert dieser große Teile seines natürlichen Grips. Auch nehmen die zentrifugalen Kräfte durch Hinzufügen von extra Gewicht viele Male zu. Hierdurch kann das Pferd weniger gut koordinieren, wohin es seine Hufe platzieren muss, wodurch es schneller ausrutscht.

 

ALTERNATIVEN ZUM EISEN

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEine erste Alternative zum genagelten Eisen ist das Eisen zu verkleben. Nachteil davon ist, dass das Eisen oft so geklebt wird, dass es die Beweglichkeit des Hufes noch mehr einschränkt. Ein genageltes Eisen ermöglicht minimale Bewegung hinter dem hinteren Nagel. Ein geklebtes Eisen wird jedoch in der Regel bis zum Ende des Eisens geklebt. Der verwendete Klebstoff lässt oft keine Bewegung zu. Eine Lösung für dies wäre um das Eisen auf eine Art von Kunststoff-Spritzguss zu schrauben, welcher dann unter den HUF geklebt wird. Dies ermöglicht mehr Bewegung des Hufes, aber andere Nachteile bleiben weiterhin bestehen.

 

KUNSTSTOFF

Eine andere Möglichkeit ist, um das Pferd mit einem ‚Hufeisen‘ zu beschlagen welches ganz (oder teilweise) aus Kunststoff hergestellt ist. Nachteil ist und bleibt natürlich das Nageln. Darüber hinaus bietet Kunststoff mehr Grip als Eisen. Dies fragt um eine sehr starke die Verbindung zwischen Huf und Kunststoffbeschlag. Manchmal brechen die Nägel ab, wodurch der Hufschmied mehr und dickere Nägel braucht. Wenn der Kunststoff großen Abrieb aufweist, verändert der Huf sich langsam in einen Schweizer Käse.

imprintAuch Kunststoff kann geklebt werden: eine gute Lösung. Ich benutze hierfür ‚Imprint‘: Ein Kunststoff Hufschutz, welcher in Sachen Festigkeit und Haltbarkeit ähnlich wie ein Hufeisen ist, aber sehr leicht und flexibel. Imprint wird kalt (unter 60 Grad) angebracht und behindert den Huf nicht in seiner Beweglichkeit. Dieser Hufschutz ermöglicht es auch dem Strahl um weiterhin seine Funktion aus führen zu können. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen wird der Imprint Hufschutz im Laufe des Klebeintervals durch das Wachsen des Hufes nicht krumm.

Imprint bietet auch die Möglichkeit für diejenigen, die es für richtig halten, um Stifte ein zu drehen, Darüber hinaus hat Imprint verschiedenste Lösungen z. B. für das vorübergehende Verlängern von Hufhorn oder um die Sohle zu verdicken.
Nachteil dieser Form des Hufschutzes ist oftmals der Preis. Die Anwendung dauert etwas länger und das Material ist teurer. Wir sehen daher die größte Nachfrage bei Hufproblemen wie zum Beispiel Hufrehe und bei Topreitern, welche merken, dass Imprint bessere Ergebnisse als ein normales Hufeisen liefert.

 

WÄHLEN ZWISCHEN PERMANENTEM ODER TEMPORÄREM HUFSCHUTZ

Alle obengenannten Formen des Hufschutzes trägt das Pferd rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Und das obwohl die meisten Pferde diesen Schutz lediglich für ein paar Stunden in der Woche benötigen. Deshalb wählen Reiter und Pferdebesitzer auch immer öfter einen Hufschutz, welcher beliebig an und ausgezogen werden kann.
Der Hufschuh ist hierfür ein gutes Beispiel. Der Hufschuh war in der Vergangenheit hauptsächlich anwendbar für den Freizeitreiter, aber mit dem Aufkommen von neuen Modellen, echten Sportschuhen für Pferde, ist dies eine Sache der Vergangenheit.

Hufschuhe werden mit großem Erfolg im Treck- und Ausdauerreiten verwendet, leider ist es in zum Beispiel Dressurprüfungen (noch) nicht gestattet.
Es gibt auch die Möglichkeit, spezielle Hufschuhe zu verkleben, zum Beispiel für medizinische Zwecke oder für zusätzliche Sicherheit in Wettkämpfen.

 

ERFAHRUNG MIT ALTERNATIVEN

Viele Hufschmiede haben wenig oder keine Erfahrung mit diesen Alternativen, weil die Ausbildung hier wenig Beachtung an schenkt. Einige Schmiede können auf Fragen über die Verwendung von Alternativen zu Eisen negativ reagieren. Wenn ein Kunde sich für etwas entscheidet, was der Hufschmied ist nicht kennt, wird die Erfolgschance automatisch kleiner. Es ist daher sehr wichtig, dass Hufschmiede lernen Alternativen zu Hufeisen anwenden zu können.
Wir ermöglichen in diesem Bereich Aus- und Fortbildungen unter anderem für Hufschmiede. Ich glaube, dass die Zukunft des Hufschutzes sich in diese Richtung weiterentwickeln wird, da Pferdebesitzer immer häufiger nach anderen Möglichkeiten suchen. Sie sammeln stets mehr Wissen und erkennen, dass solche Alternativen oftmals besser für die Gesundheit unserer Pferde sind.